Das Finanzwissen

Das Geschehen an den Geldmärkten und im Bereich des Investments ist voller Fachbegriffe, die zum Teil wesentlich komplizierter als nur 'Bulle' und 'Bär' sind.

Die letzte Krise zeigte, dass es für viele Privatanleger ein Problem war, dass sie nicht über das notwendige Finanzwissen verfügten, um wirklich verstehen zu können, was ihnen empfohlen wurde.

Wer eine hohe Rendite erzielen und keine unangenehmen Überraschungen erleben möchte, sollte deshalb eine Begriffe unbedingt kennen.

Wie werden Zinsgewinne berechnet?

Oft lassen sich viele Menschen schon falsch beraten, weil ihnen das Finanzwissen darüber fehlt, wie Zinsen berechnet werden. Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden:

  • Die Zinsen werden jährlich ausgeschüttet - In diesem Fall bleibt die ursprüngliche Anlage stets der Ausgangspunkt der Berechnungen
  • Die Zinsen verbleiben stets auf dem Konto - In diesem Fall erhöht sich durch den Zinseszins-Effekt jährlich die Summe, von der man aus die Zinsen berechnen muss

Als Beispiel: Eine Person legt 1000 Euro zu zwei Prozent für zwei Jahre an. Im ersten Fall erhält man 40 Euro Zinsen. Im zweiten Fall betragen die gesamten Zinsen 40,40 Euro.

Welche Rendite sollte man mindestens erzielen?

Die Inflationsrate ist stets die unterste Grenze, die man als Rendite ansetzen sollte. Manche Leute mit mangelndem Finanzwissen lassen sich täuschen, wenn sie einen Vergleich der unterschiedlichen Angebote für eine Geldanlage machen.

Beim Tagesgeld ist es beispielsweise so, dass ein Inflationsausgleich nur noch schwer zu bekommen ist. Tatsächlich sollte man sich aber mit nicht weniger zufriedengeben, weil man ansonsten real verliert und nichts gewinnt.

Wann sollte man mit Geldanlagen beginnen?

Diese Frage beschäftigte auch Experten der Frankfurter Universität, die einen Test über Finanzwissen für die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' konzipierten.

Sie gaben zur Auswahl, dass zwei Personen insgesamt 50.000 Euro anlegten. Person eins investierte dabei jährlich 2000 Euro über 40 Jahre, Person zwei investierte jährlich 4000 Euro über 20 Jahre.

Trotz der höheren jährlichen Raten hatte Person eins am Ende deutlich mehr, da er stark vom Zinsenszins-Effekt profitiere.

Die Lehre: Je früher man anfängt, sein Geld zu investieren, und seien es auch nur kleine Summen, desto besser. Denn die Zinsen gleichen dies mehr als aus.

Welche Geldanlage bietet den Schutz vor Inflation?

Auch hier sagt das Finanzwissen vieler Leute: Wer gefragt wird, antwortet zumeist mit Anlagen mit langer Laufzeit.

Dies stimmt allerdings aufgrund der stark gesunkenen Zinssätze nicht mehr. Den besten Schutz vor Inflation boten in den letzten Jahren (Stand: Juli 2014) Aktien.

Fast schon ironischerweise handelt es sich also um genau die Anlage, die stark mit Ängsten wegen des hohen Risikos verknüpft ist.

Warum sind Aktienfonds dem Kauf von Aktien überlegen?

Historisch gesehen schwanken die Kurse von Aktien wesentlich stärker als die Gewinnspannen von Aktienfonds.Die Ausschläge nach unten fallen deshalb heftiger aus.

Die Fonds, insbesondere dann, wenn sie ihre Anlagen in Wertpapiere sowohl regional wie auch branchenspezifisch breit streuen, bieten mehr Sicherheit und verhelfen trotzdem noch zu attraktiven Renditen.

Wo kann man zusätzliches Finanzwissen verständlich erwerben?

Diese Seiten sind darum bemüht, verständlichen Finanzwissen zu vermitteln.

Wer noch mehr lernen möchte und kein Experte der Materie ist, sollte sich an überregionale Zeitungen mit einem bekannten Wirtschaftsteil (z.B. FAZ, Süddeutsche, Welt) halten.

Die Journalisten schreiben für den Durchschnittsleser und haben gelernt, ihre Sprache um Fachchinesisch zu erleichtern.