baisse

Der Handel mit Aktien oder anderen Finanzmitteln ist regelmäßigen Schwankungen unterworfen, die mal stärker oder schwächer ausfallen können. Jede Bewegung wird von Finanzfachleuten mit einer bestimmten Bezeichnung versehen, durch die jedem Anleger mit etwas Grundwissen sofort klar ist, wovon gesprochen wird. So ist es auch mit dem Begriff Baisse.

Baisse - Definition des Begriffs

Mit dieser Bezeichnung sind längere Zeiträume gemeint, in denen die Kurse an den Börsen der Welt stark sinken.

Der synonym verwendete Begriff für eine solche Phase ist der so genannte Bärenmarkt. Anleger oder Händler, die mit dem Einsetzen lange sinkender Kurse rechnen, werden als Baissers bezeichnet. Eine Baisse ist nicht vorherzusagen, zeichnet sich aber meist durch bestimmte Vorgänge an den Börsen ab.

Vorzeichen für eine Baisse:

  • die Kurse sinken über einen längeren Zeitraum hinweg
  • durch Verkäufe wird die Abwärtsbewegung verstärkt
  • es gibt weniger Ankäufe von Aktien und weniger Fondsanteile werden gekauft

Baisse oder die Zeit der Pessimisten

Beginnt eine solche Phase an den Börsen, zeichnen die Marktteilnehmer ein eher pessimistisches Bild von der Zukunft. Sie erwarten Verluste sowie Wertminderungen bei den börsennotierten Unternehmen.

Jeder klassische Börsenzyklus besteht aus einer Baisse sowie einer Hausse. Aufgrund ihrer pessimistischen Haltung verkaufen viele Anleger beim ersten Anzeichen oder auch noch während einer Phase sinkender Kurse ihre Aktien und hoffen, nicht zuviel Verlust zu erleiden.

Beispiele für eine Baisse

Seit dem beginnenden 20. Jahrhundert sind drei große Phasen sinkender Aktienkurse. Die erste fand nach der bekannten Weltwirtschaftskrise (bekannt als schwarzer Freitag) im Jahre 1929 statt.

Die Kurseinbrüche in dieser Krise machten viele Marktteilnehmer von wohlhabenden Menschen zu bitterarmen Personen. Die zweite Baisse gab es in den 1970-er Jahren. Ursächlich für den Niedergang der Börsenkurse war vor allem die Ölkrise in dieser Zeit. Durch die Immobilien- und Finanzkrise im Jahre 2008 wurde schließlich die bisher letzte Baisse ausgelöst.

  • Die Verantwortung für diese letzte Baisse lag hauptsächlich bei den Banken, die mit niedrigen Zinsen eine Immobilienblase verursachten, die letztlich platzte.

Wie übersteht man als Anleger eine Baisse?

Die wichtigste Eigenschaft, die ein Anleger während einer solchen Phase benötigt, ist Geduld.

Zunächst sollte man als Investor den Markt beobachten und erst handeln, wenn der richtige Zeitpunkt für einen Kauf oder Verkauf gekommen ist. Um aber das richtige Timing zu haben, ist großes Gespür für die Vorgänge an den Börsen notwendig.

Sinnvoll ist es zudem, wenn man sich nicht von der Panik anderer mitreißen lässt. Dadurch kann man schnell in die Bärenfalle tappen und viel Geld durch überhastete und unüberlegte Transaktionen verlieren. Wer es klug anstellt, kann sogar große Gewinnen machen.


Quellen

Liefke, Oliver: Fondsbetas in der Baisse: Eine empirische Analyse
Zschaber, Markus C.: Der Börse voraus: überlegene Strategien für dauerhaften Erfolg an der Börse
Kaderli, Rudolph J.: Das Geheimnis der Börse: Die Anlagestrategie: Das Handbuch des Investors