cost-average-effekt

Wer sein Geld in Investmentfonds oder Aktien anlegen möchte, ist darauf angewiesen, möglichst viele und detaillierte Informationen zu erhalten, anhand derer er einschätzen kann, zu welchem Preis er Anteile erwirbt, welche Kosten also bei einer Investition auf ihn zukommen. Nur so ist er überhaupt in der Lage, sein Risiko abzuschätzen. Der so genannte Cost Average Effekt kann dem Investor dabei helfen, seine Ausgaben zu planen.

Der Cost Average Effekt

Mit dem Cost-Average-Effekt, der auch als Durchschnittskosteneffekt bezeichnet wird, lässt sich beschreiben, wie sich die Verteilung von investiertem Geld über einen bestimmten, meist längeren Zeitraum hinweg auswirkt. Sinkt der Anteilspreis, wird der Fondsmanager mehr Anteile kaufen, steigt der Preis, kauft er weniger. Daraus ergibt sich ein Durchschnittspreis, zu dem Anteile gekauft werden. Er liegt normalerweise über dem billigsten Wert des zu betrachtenden Zeitraums, aber auch unter dem teuersten Preis.

  • Es geht also um Wertschwankungen von Wertpapieren. Diese Schwankungen führen zu dem Ergebnis, dass ein Investor die Anteile durchschnittlich billiger erwirbt, wenn er sie mithilfe gleich hoher Raten kauft. Erwirbt er hingegen in regelmäßigen Abständen eine gleich große Menge von Anteilen zu verschiedenen Preisen, muss er letztlich mehr dafür bezahlen.

Der Vorteil durch den Cost Average Effekt

Da sich der Effekt aus der Betrachtung eines meist längeren Zeitraumes ergibt, kann das Risiko eines falschen Einstiegstermins reduziert werden, weil sich das Timing zeitlich ausdehnt.

Nachteile des Cost Average Effektes

Der Nachteil liegt hier im Vorteil verborgen. Zwar werden durch den relativ langen Betrachtungszeitraum mögliche Timing-Fehler begrenzt, gleichzeitig ist aber auch das Risiko größer, den richtigen Zeitpunkt für eine Investition zu verpassen. Dadurch gehen eventuell Renditen verloren. Weitere Nachteile sind:

  • Der Effekt hat bei Kritikern den Ruf eines nicht nachhaltigen Verkaufsargumentes.
  • Er führt nicht zu höheren Renditen.
  • Er nimmt bei Sparplänen mit der Zeit ab, da die Rate im Vergleich zum Gesamtvermögen immer geringer wird.
  • Der Cost Average Effekt gilt seit 1979 als unterlegene Strategie gegenüber Vollinvestitionen.

Psychologischer Nutzen hinter dem Cost Average Effekt

Laut Finanzexperten kann der Effekt helfen, Anleger zu beruhigen, die schon einmal viel Geld verloren haben und nun vor neuen Investitionen zurückschrecken. Durch den Cost Average Effekt wird ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, da sie durch das regelmäßige Erwerben von Anteilen nicht ihr gesamtes Geld hergeben. Entwickeln sich die Anteile gut, machen diese Anleger Gewinn, ist die Entwicklung negativ, können ängstliche Investoren sich damit trösten, dass sie aufgrund der nicht so hohen Investitionssumme nicht zuviel Geld verloren haben.


Quellen

Straßer, Julia: Mythos Cost-Average?
Klein, Rolf: OptiC: Die Optimierung des Cost-Average-Effekts
Winkler, Dennis: Schnellkurs Aktien: Erfolgreich kaufen und verkaufen; Die Erfolgsgeheimnisse für Einsteiger
Götz, Ulrike: Geldanlage und Investmentvermögen: Ausbildungsliteratur