Rendite geschlossene Fonds

Viele Anlageberater empfehlen mit Vorliebe geschlossene Fonds, da man hier besonders viel verdienen könne.

Als Grund wird dabei zumeist der Umstand ins Feld geführt, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist und so mehr vom Kuchen bleibe. Die Medien sehen dies aber ganz anders.

Das 'Handelsblatt' bezeichnete die Fonds beispielsweise 2011 als 'die schlechteste Geldanlage der Welt' und die 'Wirtschaftswoche' fühlte sich 2013 dazu verpflichtet, ausführlich über 'Warnsignale' zu berichten. Was stimmt also nun?

Was sind geschlossene Fonds?

Eigentlich sind die Fonds nichts weiter als Gesellschaften, die in bestimmte Projekte investieren, um eine möglichst hohe Rendite zu erreichen.

Anteile an solchen Fonds sind unternehmerische Beteiligungen. Die Besonderheiten der geschlossenen Gesellschaften sind folgende Punkte:

  • Es gibt ein festgesetztes Fondsvolumen - ist dieses erreicht, dürfen keine neuen Investoren mehr an Bord
  • Die Fonds sind meistens rechtlich als Personengesellschaften organisiert
  • Um das Eigenkapital zu erhöhen, wird immer wieder auf Fremdmittel zurückgegriffen
  • Man kann nicht in jedem Fall zu jeder Zeit als Investor aussteigen
  • Oft kommt es nicht nur bei Gewinnen, sondern auch bei Verlusten zu Ausschüttungen

Welche Vorteile bieten geschlossene Fonds?

Geschlossene Fonds bieten einige spezifische Vorteile, die gerade für private Anleger sehr interessant sind. Zu diesen zählen:

  • Eine überdurchschnittliche Rendite: Oft werden fünf Prozent erreicht
  • Nach unten hin versprechen die meisten Fonds einen Inflationsschutz. Man sichert also in jedem Fall sein Vermögen ab
  • Die Entwicklung des Fonds ist von der Börse unabhängig
  • Es kommt Gewinnausschüttungen, die den Investoren direkt einen geldwerten Vorteil erbringen
  • Geschlossene Fonds eignen sich zur Diversifizierung der eigenen Geldanlage, da sie in komplett unterschiedliche Produkte und Objekte investieren

Welche Nachteile bzw. Gefahren muss man bei geschlossenen Fonds kennen?

Für den ganzen Blick muss man allerdings wissen, dass die Liste der Nachteile nicht kürzer als die der Vorteile ist.

Der wichtigste sei kurz speziell vorgestellt: Mitte der 2000er Jahre hat der Staat die Steuervorteile gestrichen, die geschlossene Fonds bis dahin geboten haben. Verluste bei der Einkommensteuer konnten beispielsweise bis dahin geltend gemacht werden.

Viele Anleger interessierten sich insbesondere deshalb für geschlossene Fonds und nicht so sehr wegen der Gewinnspanne. Seit damals hat diese Form der Geldanlage deutlich an Popularität eingebüßt.

Diese weiteren Nachteile muss man kennen:

  • Es gibt keinen Anlegerschutz bei Verlusten. Es besteht die Gefahr, alles zu verlieren
  • Die Fonds haben oft sehr hohe Kosten. Diese erreichen bis zu 15 Prozent des investierten Kapitals
  • Kommt Fremdkapital zum Einsatz, drückt dieses die Renditen nach unten
  • Wird der Fonds aufgelegt, ist oft nicht bekannt, worin er investieren möchte. Diese Blindanlagen bedeuten ein großes Risiko
  • Mehrheiten sind oft schwer zu organisieren - je mehr Gesellschafter es gibt, desto größer wird dieses Problem. Unangenehme, aber notwendige Entscheidungen sind nur schwer zu erreichen
  • Oft gibt es Interessenkonflikte zwischen den Personen, welche den Fonds angestoßen haben, und den Unternehmen, in die investiert wird