kapitalverwaltungsgesellschaft

Kapitalverwaltungsgesellschaften - kurz KVG - sind dazu gedacht, dass sie inländische Investmentvermögen, aber auch EU-Investmentvermögen und ausländische AIF verwalten.

Eine KVG nimmt sehr wichtige Funktionen im Finanzwesen wahr. Sie trägt zum spezifischen Anlegerschutz bei und sorgt darüber hinaus für den überindividuellen Schutz der gesamten Anlegerschaft. Dies ist möglich, indem die KVG das ihr anvertraute Sondervermögen von ihrem Alleinvermögen getrennt hält. Dasselbe gilt für die Trennung mehrerer Sondervermögen.

Externe und interne Kapitalverwaltungsgesellschaften

Man unterscheidet bei der KVG zwischen der sogenannten externen und einer internen Kapitalverwaltungsgesellschaft.

Eine externe KVG wird von einem Investmentfonds oder auch im Namen des Investmentfonds bestellt. Aufgrund dieser Bestellung ist sie für die Verwaltungs des Fonds verantwortlich.

Die interne Kapitalverwaltungsgesellschaft besteht aus dem Investmentsfonds selbst, vorausgesetzt, die Rechtsform des Investmentfonds lässt eine interne Verwaltung zu und der Vorstand oder auch die Geschäftsführung des Fonds entscheidet, dass sie keine externe KVG bestellen will. In einem solchen Fall kann der Fonds als KVG zugelassen werden.

Rechtsformen der externen Kapitalverwaltungsgesellschaft

Eine externe Kapitalverwaltungsgesellschaft darf nur in bestimmten Rechtsformen betrieben werden. Diese Rechtsformen sind:

  • die Aktiengesellschaft
  • die Gesellschaft mit beschränkter Haftung
  • die Kommanditengesellschaft, bei der persönlich haftender Gesellschafter ausschließlich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist
  • Wenn die AG oder die GmbH als Rechtsform gewählt wird, dann muss nach § 18 Abs. 1 KAGB ein Aufsichtsrat gebildet werden.

Erlaubte und registrierte Kapitalverwaltungsgesellschaften

Seit Juli 2013 ist das sogenannte Kapitalanlagengesetzbuch in Kraft. Das KAGB setzt die Eu-Richtlinien zu Verwaltern alternativer Investmentfonds um. Seit diesem Zeitpunkt existieren neben KVGs, die eine Erlaubnis von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erhalten haben, auch KVGs, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nur registriert wurden.

  • KVGs die lediglich registriert wurden, haben viel geringere Auflagen, denen sie genügen müsen, als die erlaubten KVGs. Anleger sollten also genau darauf achten, an was für eine KVG sie sich wenden. Die KVGs müssen in Prospekten und Informationen für Anleger darauf hinweisen, ob sie eine Erlaubnis von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdiesntleistungen haben oder nicht.

Quellen

Haase, Florian / Dorn, Katrin: Investmentsteuerrecht: Einführung.
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Kapitalanlagegesetzbuch. Kapitalverwaltungsgesellschaften.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. KApitalverwaltungsgesellschaften. Erlaubt versus registriert.