leverage-effekt

Durch den Levarage Effekt wird die Hebelwirkung von Fremdkapital zu Gunsten der Rentabilität von Eigenkapital beschrieben. Sowohl Unternehmer als auch private Anleger können sich diesen Effekt zur Steigerung der Rentabilität ihres Eigenkapitals zu Nutze machen.

  • Die Rentabilität des Eigenkapitals ergibt sich aus dem Verhältnis des Periodenüberschusses abzüglich der Fremdkapitalkosten und dem eingesetzten Eigenkapital. Zudem steigt sie mit zunehmendem Verschuldungsgrad.

Demnach wäre eine vollständige Fremdfinanzierung ertrebenwert. Langfristig kann dies jedoch zu einer Überschuldung führen.

Der Leverage-Effekt findet damit seine Grenzen in dem wachsenden Verschuldungsgrad, wodurch das Risiko der Banken erhöht wird. Diese sind in einem solchen Fall nur noch bereit, Fremdkapital zu höheren Zinsen oder auch durch die Überlassung von zusätzlichen Sicherheiten zur Verfügung zu stellen.

Positiver und Negativer Leverage Effekt

Der Leverage Effekt ist jedoch nicht per se ein positiver Effekt. So unterscheidet man zwischen einem positiven und einem negativen Leverage. Man spricht von einem positiven Leverage Effekt, wenn sich die Eigenkapitalrendite mit einer zunehmenden Verschuldung steigern lässt.

Das Leverage-Effekt-Risiko

Von einem negativen Leverage Effekt ist die Rede, wenn die Rentabilität nicht gesteigert, sondern gesenkt wird. Die Hebelwirkung des Effekts kann in zwei Richtungen wirken.

  • Eine negative Hebelwirkung tritt ein, wenn die Rentabilität des Gesamtkapitals niedriger ist als der Zins des Fremdkapials. So kann durch Fremdfinanzierung nur weniger Geld erwirtschaftet werden.

Beispiel für den Leverage Effekt

Angenommen ein Anleger will ein Gesamtkapital von 800.000 € in Investmentfonds investieren bei einem Fremdkapitalzins von 10 %, wären beispielsweise diese drei Möglichkeiten denkbar:

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Eigenkapital Fremdkapital600 T 200 T400 T 400 T200 T 600 T
Gesamtkapital800 T800 T800 T
Gewinn des Gesamtkapitals (Kapitalgewinn) Zinsen für das Fremdkapital (10 %)100 T 20 T100 T 40 T100 T 60 T
Gewinn nach Zinsen80 T60 T40 T
Eigenkapitalrentabilität13,3 %15 %20 %

Bei diesem Beispiel erhöht sich die Eigenkapitalrentabilität bei einem Gleichbleibendem Gesamtkapital und Gewinn trotz der steigenden Zinslast von 13,3 % in Fall 1 auf 15 % in Fall zwei bis hin zu 20 % in Fall 3.


Quellen

Hutzschenreuter, Thomas: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre.
Kruschwitz, Lutz / Decker, Rolf O.A. / Röhrs, Michael: Übungsbuch zur betrieblichen Finanzwirtschaft.