Der Sachwert Immobilie
Der bekannteste Sachwert: Die Immobilie

Im Rahmen der Eurokrise lernten viele Menschen zum ersten Mal ein bislang unbekanntes Gefühl:

Die Angst, dass ihr Geld schon bald nichts mehr wert sein könnte.

Die Jagd nach der besten Rendite trat deshalb oft in den Hintergrund. Stattdessen suchte man eine Möglichkeit, das eigene Vermögen abzusichern und vielleicht sogar noch einen Inflationsausgleich zu erreichen. Die vormals oft gescholtenen Sachwerte wurden populär.

Was sind Sachwerte? - Eine Definition

Ein Sachwert ist der Gebrauchswert eines Wirtschaftsguts. Jener ist dabei unabhängig von Schwankungen des Geldmarktes - er bleibt also stets auf einem vergleichbaren Level.

Wird das zugehörige Wirtschaftsgut dringend benötigt, klettert der Sachwert in die Höhe. Ist es hingegen reichlich vorhanden, fällt er ab. Sachwerte sind deshalb dann besonders teuer, wenn sie stark nachgefragt werden.

Beispiele für Sachwerte

  • Immobilien
  • Aktien
  • Gold
  • Diamanten
  • Waldinvest

Welche Sachwerte sind zu empfehlende Investitionen?

Der bekannteste Sachwert, in den sich die Deutschen im Rahmen der Eurokrise geradezu verliebt haben, ist die Immobilie.

Experten raten hier allerdings mit Nachdruck dazu, sich nicht für gewerbliche Objekte zu entscheiden, sondern für solche, die privat genutzt werden können.

Man sollte über eine Miete direkte Einnahmen erzielen können. So kann der Besitzer nämlich die Miete an den Verbraucherpreisindex koppeln, wodurch die Inflation ausgeglichen wird.

Ein Markt, der bisher kaum in der Öffentlichkeit steht und deshalb umso mehr von Interesse sein sollte, dreht sich um die Diamanten. Für Schmuck haben diese ebenfalls einen Sachwert.

Der zeigte sich in der Vergangenheit völlig losgelöst von politischen Krisen und ist deshalb ein Stabilitätsanker für Sicherheit. Problematisch dabei ist nur, dass der Einkaufspreis überaus hoch ausfällt.

Ein weiterer Geheimtipp sind Waldinvestments, die mancherorts auch als Holz- bzw. Edelholzinvestments bezeichnet werden. Experten raten davon ab, hier auf eine Fondslösung zu vertrauen und raten zu direkten Geldanlage.

Zudem solle man sich unbedingt versichern, wohin das eigene Geld fließt und wie es exakt eingesetzt wird. Holz ist zwar ein wiederherstellbares Wirtschaftsgut, wird aber gerade deshalb auf vielfältige Weise extrem stark nachgefragt und lohnt sich deshalb ganz besonders, da es in Vergangenheit aus diesem Grund keinen Wertverlust gab.

Wer auf einen Fonds vertraut, sollte sich für einen solchen entscheiden, wo die Managementbeteiligung erst nach der Holzernte ausgezahlt wird.

Warum werden mancherorts auch Aktien als Sachwerte betrachtet?

In der obigen Aufzählung fehlten die Aktien, obwohl diese in der Vergangenheit nicht nur stabile Renditen erbrachten, sondern mancherorts ebenfalls als Sachwerte bezeichnet werden.

Möglich ist dies, wenn man die obige Definition sehr weit ansetzt. Eine Aktie hat in gewisser Hinsicht einen Gebrauchswert, wenn sie eine Dividende ausschüttet.

Zudem ist sie in ihrem Wert an das jeweilige Unternehmen, das sie ausgegeben hat, gebunden und damit theoretisch vor Schwankungen an den Geldmärkten geschützt.

Praktisch ist dies ganz offensichtlich nicht der Fall. Im neuen Kapitalanlagegesetzbuch, welches sich mit Sachwerten bzw. Assets in § 261 beschäftigt, fehlen die Aktien deshalb.

Dort beschränkt man sich darauf, Sachwerte nur dann zuzubilligen, wenn das dahinter stehende Wirtschaftsgut direkt anfassbar ist. Da es sich um eine Legaldefintion vom Gesetzgeber handelt, sollte dies eigentlich auch befolgt werden.

Trotzdem sollte man sich aber nicht wundern, dass einem immer wieder Aktien empfohlen werden, wenn man in Sachwerte investieren möchte.