17:07, 10.06.2011
[dpa-AFX]

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 10.06.2011 - 17.00 Uhr

Deutschland: Preisauftrieb schwächt sich wie erwartet ab

WIESBADEN - In Deutschland hat sich der Preisauftrieb im Mai wie erwartet abgeschwächt. Die Jahresinflationsrate sei von 2,4 Prozent im Vormonat auf 2,3 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden nach endgültigen Daten mit und bestätigte damit die Schätzung vom 27. Mai. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Im Monatsvergleich blieben die Verbraucherpreise konstant. Auch hier wurden die Erwartungen getroffen.


Deutschland: Anstieg der Großhandelspreise schwächt sich weiter ab

WIESBADEN - In Deutschland hat sich der Anstieg der Großhandelspreise im Mai auf hohem Niveau weiter abgeschwächt. Die Großhandelspreise seien im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 8,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Im April waren sie noch um 9,2 Prozent geklettert. Im März lag der Anstieg den Angaben zufolge bei 10,9 Prozent und damit so stark wie seit Oktober 1981 nicht mehr.


Chinas Handelsüberschuss im Mai niedriger als erwartet

PEKING - China hat für Mai einen überraschend niedrigen Handelsüberschuss gemeldet. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde vom Freitag stieg der Überschuss im Monatsvergleich zwar von 11,4 Milliarden US-Dollar auf 13,1 Milliarden Dollar. Volkswirte hatten zuvor aber einen Zuwachs auf 18,6 Milliarden Dollar erwartet. Ursache für den unerwartet geringen Zuwachs seien steigende Importe und ein Rückgang der Nachfrage auf dem Weltmarkt gewesen, hieß es weiter.


Frankreich: Industrieproduktion im April überraschend schach gestiegen

PARIS - In Frankreich ist die Industrieproduktion im April überraschend schwach gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat habe die Produktion um 0,2 Prozent zugelegt, teilte die Statistikbehörde INSEE am Freitag in Paris mit. Ökonomen hatten dagegen mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet. Der Produktionsrückgang im März wurde von 0,9 auf 1,1 Prozent nach unten revidiert.


Schäuble: Nehme EZB-Bedenken zu Gläubiger-Beteiligung ernst

BERLIN - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) respektiert die Bedenken der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer Beteiligung der privaten Gläubiger an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland. Die skeptischen Stimmen aus der EZB würden ernst genommen, sagte Schäuble am Freitag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe lote den schmalen Grad zwischen einer nennenswerten Beteiligung privater Geldgeber und der Vermeidung der von der EZB befürchteten negativen Finanzmarktreaktionen aus.


Ifo-Chef Sinn warnt vor einem globalem Abschwung

DÜSSELDORF - Der Präsident des Münchner Ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vor einem globalem Abschwung gewarnt. "Die wirklichen Probleme der Weltwirtschaft liegen in den USA und im Euro-Raum", schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche. So rechnet Sinn nicht mehr damit, dass die USA in diesem Jahr noch ihr Wachstumsziel von drei Prozent erreichen. Die Euro-Krise belaste zunehmend auch die Konjunktur in Europa.


Lagarde: Mehr Mitsprache beim IWF für Schwellenländer

PARIS - Kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist für den Chefposten des IWF hat Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde den Entwicklungsländern im Fall ihrer Wahl mehr Mitspracherecht zugesagt. "Sie wollen alle besser beim Internationalen Währungsfonds vertreten sein und bessere Stimmrechte haben. Diese Reformen sollen auf jeden Fall fortgesetzt werden", sagte Lagarde der französischen Zeitung "Le Parisien" (Freitag). Sie sei zuversichtlich, dass sie eine gute Chance auf das Amt habe.


Italien: Wirtschaft wächst im ersten Quartal wie zuvor gemeldet

ROM - Die italienische Statistikbehörde Istat hat die erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum des Landes im ersten Quartal bestätigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Vergleich zum vierten Quartal 2010 um 0,1 Prozent gestiegen, teilte Istat am Freitag in Rom nach endgültigen Zahlen mit. Im Schlussquartal 2010 hatte das Wachstum ebenfalls bei 0,1 Prozent gelegen.


Koalitionsmehrheit für Griechenland-Antrag

BERLIN - Die Bundesregierung kann sich auf die Unterstützung der schwarz-gelben Koalition bei ihrem umstrittenen Griechenland-Kurs stützen. Ein gemeinsamer Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen zu weiteren Milliarden-Hilfen an Athen erhielt am Freitag im Bundestag die nötige Mehrheit von Union und FDP.


Großbritannien: Industrieproduktion im April überraschend gesunken

LONDON - In Großbritannien ist die Industrieproduktion im April überraschend gesunken. Im Monatsvergleich sei die Produktion um 1,7 Prozent gefallen, teilte das nationale Statistikamt am Freitag in London mit. Im Durchschnitt hatten Ökonomen zuvor einen Anstieg von 0,1 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich fiel die Industrieproduktion den Angaben zufolge um 1,2 Prozent. Experten hatten hier mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet.


EFSF-Chef Regling sieht Eurorettung auf gutem Weg

FRANKFURT - Der Chef des Euro-Rettungsfonds (EFSF) Klaus Regling sieht die Eurozone auf einem gutem Weg. "Die Rettung des Euro funktioniert", sagte Regling am Freitag in Frankfurt. "Eine Transferunion kann vermieden werden." Regling verwies zudem auf die Haushaltskonsolidierung in den Mitgliedsländer. Auch die Anstrengungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und der besseren Überwachung des Bankensektors seien auf einem guten Weg. Auf europäischer Ebene hätten sich die Rahemenbedingungen unter anderem durch die Reform des Stabilitäspaktes geändert. Insgesamt seien die Maßnahmen seien weitgehend genug, um die Probleme zu lösen.


'Spiegel': Private Gläubiger sollen 20-35 Mrd Euro für Griechenland aufbringen

HAMBURG - Die Beteiligung privater Gläubiger an der Lösung der griechischen Schuldenkrise nimmt laut einem Pressebericht Konturen an. Um Athen vor dem Ruin zu retten, sollen die Inhaber griechischer Staatsanleihen nach Vorstellungen der EU-Finanzminister zwischen 20 und 35 Milliarden Euro aufbringen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Freitag vorab. Diskutiert werde demnach das Modell eines sogenannten "Rollover". Dabei tauschen die privaten Gläubiger ihre bestehenden Forderungen gegen neue Schuldtitel mit längerer Laufzeit.


Früherer irischer Finanzminister Lenihan gestorben

LONDON/DUBLIN - Der frühere irische Finanzminister Brian Lenihan, eine der Hauptfiguren in der irischen Banken- und Finanzkrise, ist tot. Lenihan sei im Alter von 52 Jahren seinem schweren Krebsleiden erlegen, bestätigte der Vorsitzende der Partei Fianna Fail, Micheal Martin, am Freitag.


Zentralbank in Südkorea setzt Zinsen herauf

SEOUL - Die Zentralbank in Südkorea hat zum dritten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins angehoben. Angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens will die Bank of Korea mit dem Schritt der Preissteigerung entgegenwirken. Der geldpolitische Ausschuss der Bank beschloss am Freitag, den Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent heraufzusetzen.


Bundesbank sieht Deutschland auf Weg zu dauerhaftem Höhenflug

FRANKFURT - Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft zu einem dauerhaften Höhenflug abheben. Die Konjunktur habe sich nicht nur schnell erholt und sei in einen breit angelegten Aufschwung gemündet, sondern sie zeige zunehmend auch alle Anzeichen einer langgezogenen Expansionsphase, schreibt die Notenbank in ihrem am Freitag in Frankfurt vorgelegten Monatsbericht für Juni.


USA: Einfuhrpreise überraschend gestiegen

WASHINGTON - In den USA sind die Einfuhrpreise im Mai überraschend gestiegen. Auf Monatssicht seien die Preise um 0,2 Prozent geklettert, teilte die Regierung am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten indes mit einem Rückgang um 0,7 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Preise kräftig um revidiert 2,1 (zunächst 2,2 Prozent) geklettert. Auf Jahressicht erhöhten sich die Einfuhrpreise im Mai um 12,5 Prozent.


Noch härtere Sparmaßnahmen für die Griechen - 'Soli'-Steuer

ATHEN - Auf die Griechen kommen noch härtere Zeiten zu: Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou präsentierte am Freitag die Eckpunkte eines neuen Sparpakets zur Rettung des pleitebedrohten Landes. Allein bis Ende 2011 müssen demnach mehr als sechs Milliarden Euro gespart werden. "Voraussetzung für die Unterstützung an uns (seitens der EU) ist, dass wir einen Sparplan haben und unsere Ziele erreichen", sagte Papakonstantinou im Fernsehen nach der Zustimmung des Ministerrats zum Sparpaket. Die Auszahlung der nächsten Hilfszahlung an Athen machen die Europartner, EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) von zusätzlichen Sparschritten und der Privatisierung von Staatsbesitz abhängig.


Verhandlungen über Gläubigerbeteiligung bei Griechenland-Rettung dauern an

BRÜSSEL - Die Gespräche auf europäischer Ebene über eine Einbindung privater Gläubiger bei einem zweiten Rettungspaket für Griechenland dauern an. "Wir prüfen Wege, bei denen private Gläubiger auf freiwilliger Basis zustimmen würden, ihr Engagement aufrecht zu erhalten", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel.


Finanzkrise: Weißrussland will Milliarden für Belaruskali

MINSK - Die vor dem Ruin stehende Republik Weißrussland hat den kompletten Verkauf des Düngemittelherstellers Belaruskali für 30 Milliarden US-Dollar (20,7 Mrd. Euro) in Aussicht gestellt. "Legen Sie mir das Geld auf den Tisch, dann sind Sie morgen Chef des Unternehmens", sagte Staatspräsident Alexander Lukaschenko am Freitag in Minsk. Berichten zufolge soll der russische Oligarch Sulejman Kerimow vor einer Beteiligung am drittgrößten Kali-Hersteller der Welt stehen. "Ich habe noch mit niemandem verhandelt", erklärte dazu Lukaschenko. Die Ex-Sowjetrepublik ist in ihrer schwersten Finanzkrise seit 20 Jahren massiv auf Auslandshilfe angewiesen.


ROUNDUP/Stark: EZB kann bei Kreditausfall Griechenland-Papiere nicht annehmen

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird der deutschen Regierung bei der Beteiligung privater Gläubiger im Fall einer Umschuldung Griechenlands nicht entgegen kommen. "Sollte eine solche Beteiligung als Kreditausfall gewertet werden, dann wird die EZB griechische Anleihen nicht mehr akzeptieren", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark am Freitag in Frankfurt. Die Ratingagenturen hätten klar gemacht, dass eine substanzielle Beteiligung des privaten Sektors nicht freiwillig sein könne und als Kreditausfall zu werten sei. Die Notenbank habe dann keine Wahl und müsse griechische Anleihen für ihre Refinanzierungsgeschäfte als Sicherheiten ausschließen.


Koalition für Griechenland-Hilfen - Schäuble warnt vor Pleite

BERLIN - Die Bundesregierung hat breite Rückendeckung der schwarz-gelben Koalition für ihren umstrittenen Griechenland-Kurs bekommen. Ein gemeinsamer Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen zu weiteren Milliarden-Hilfen an Athen fand am Freitag im Bundestag die nötige Mehrheit von Union und FDP.


EZB/Stark: Steigende Rohstoffpreise sind Gefahr für Preisstabilität

FRANKFURT - EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark sieht Risiken für die Preisstabilität in der Eurozone insbesondere durch steigende Rohstoffpreise. Die Zinserhöhung der EZB im April sei vor allem durch steigende Energie- und Rohstoffpreise begründet gewesen, sagte Stark am Freitag in Frankfurt. "Diese Entwicklung hat das Potenzial für steigende Inflationserwartungen und breit angelegte Zweitrundeneffekte." Die EZB hatte im April erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben.


IWF-Kandidatin Lagarde droht weiter Ermittlungsverfahren

PARIS - Die europäische IWF-Kandidatin und französische Finanzministerin Christine Lagarde wird noch mindestens einen Monat lang mit dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs konfrontiert sein. Der Pariser Gerichtshof der Republik (CJR) teilte am Freitag mit, erst am 8. Juli über ein mögliches Ermittlungsverfahren gegen die 55-Jährige zu entscheiden. Dann soll der Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) eigentlich bereits vergeben sein.

Mehr News

16:56
16:54
16:51
16:46
16:22
16:13
16:02
15:50
15:15
15:07
15:00
14:58
14:50
14:38
14:35
14:29
14:22
14:17
14:02
14:01
13:48
13:46
13:46
13:45
13:43
13:42
13:36
13:33
13:30
13:16
13:07