18:14, 10.06.2011
[dpa-AFX]

Aktien Wien Schluss: ATX im Minus - Verluste auch auf Wochensicht

WIEN (dpa-AFX/APA) - Die Wiener Börse hat die Handelswoche im Sog der europaweiten Entwicklung am Freitag mit Verlusten beendet. Der ATX fiel um 0,41 Prozent auf 2.707,50 Punkte, während auch die anderen europäischen Börsen im Minus schlossen. Auf Wochensicht hat die Wiener Börse sogar einen Verlust von rund zwei Prozent erlitten. Börsianer fanden für die späten Verluste in Wien keine hausgemachten Gründe. "Der Ölpreis fällt kräftig, die Wall Street und die Frankfurter Börse befinden sich im Sinkflug, und das belastet auch den Wiener Markt", sagte ein Wiener Händler kurz vor Sitzungsende.

Nach einem festen Tagesverlauf drehten die Aktien der Voestalpine im späten Handel in die Verlustzone. Dabei hatten die Wertpapierexperten der Unicredit das Papier von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und sowohl Kursziel als auch Ergebnisschätzung erhöht. Zudem zählten die Analysten die Aktie zu ihren "Top Picks" bei den europäischen Stahlaktien. Die Titel büßten trotzdem 1,05 Prozent auf 34,97 Euro ein.

Stärkster Wert im Prime Market waren die Anteilsscheine des Autozulieferers Polytec. Die Titel schlossen um 7,50 Prozent höher bei 8,03 Euro. Am Donnerstag nach Börsenschluss hatte Polytec den Verkauf der "Interior"-Sparte an Toyota Boshoku Europe bekanntgegeben. Das Segment erwirtschaftete im vergangenen Jahr 340 Millionen Euro und wurde den Angaben zufolge wegen geringer Perspektiven und extrem hohen Wettbewerbsdrucks abgegeben.

Die Aktienkurse der österreichischen Banken rücken indes näher zusammen. Titel der Erste Group schlossen um 0,26 Prozent höher bei 34,06 Euro, während Raiffeisen International um 1,59 Prozent auf 34,44 Euro verloren. Nach den jüngsten Kursverlusten der Raiffeisen Bank ist die Preisdifferenz klar zusammengeschmolzen. Noch nie war die Aktie der Erste Group mehr wert als jene der Branchenkollegin.

Der Baukonzern Strabag hat zum Wochenausklang seine Hauptversammlung abgehalten. Dort gab unter anderem der stellvertretende Strabag-Chef Fritz Oberlerchner bekannt, dass die Geschäfte in Libyen noch längere Zeit ruhen werden. Die Umsatzeinbußen sollen aber durch stärkere Aktivitäten in anderen Regionen, wie Nordosteuropa, ausgeglichen werden.

Für alle jene österreichischen Privataktionäre, welche die Strabag-Aktie seit dem Börsengang 2007 halten, soll es nun eine Treue-Prämie in noch unbekannter Höhe geben. Bei der Hauptversammlung wurde zudem der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals berechtigt. Die Titel stiegen um 3,21 Prozent auf 21,25 Euro.

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