WOCHENAUSBLICK: Konjunkturumfeld belastet den Dax - 'Hexensabbat' am Freitag
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Leitindex Dax
Zudem nährten laut Helaba-Experte Markus Reinwand die jüngsten, überraschend schwachen Konjunkturdaten aus den USA zwar Spekulationen über ein neuerliches Kaufprogramm der US-Notenbank. Ob dies allerdings noch einmal ausreichen werde, um Aktien zu beflügeln, sei mit Fragezeichen zu versehen. Bestenfalls gelinge es damit, die Notierungen zu stützen, nicht aber neuen Auftrieb zu verleihen. Denn die Hürden für neuerliche Liquiditätsspritzen lägen sehr hoch, so dass wohl nur bei erhöhter Rezessionsgefahr damit zu rechnen wäre. Dabei stünde dann aber die Frage im Raum, ob eine Rezession mit all ihren Folgen für die Unternehmensgewinne tatsächlich verhindert werden könnte.
'UMFELD FÜR AKTIEN NICHT GERADE GÜNSTIG'
"Das Umfeld für die Aktien ist derzeit nicht gerade günstig", fasste Reinwand seine Einschätzung zusammen. Der Experte verwies auf die sichtbar nachlassende Dynamik der Weltkonjunktur und auf die weniger üppige Liquiditätsversorgung auch durch andere westlichen Notenbanken. Die bereits aufkommende Risikoscheu dürfte sich noch verstärken, zumal auch die vergleichsweise ambitionierten Gewinnerwartungen der Unternehmen zunehmend hinterfragt würden.
Etwas optimistischer zeigten sich hingegen die Experten der Berliner Landesbank: Sie sehen die langfristige Aufwärtsbewegung im Dax derzeit nicht in Gefahr, obwohl der Leitindex seit Anfang Mai Verluste von etwa 500 Punkten aufgehäuft hat. Erst beim Unterschreiten der nächsten wichtigen Unterstützung, der um 6.900 Punkte verlaufenden 200-Tage-Linie, drohe aus charttechnischer Sicht ein Abstieg bis zum März-Tief - dieses liegt bei knapp 6.500 Punkten.
DZ BANK SIEHT VIELE ARGUMENTE FÜR AKTIEN
Für Aktien spricht den Fachleuten der DZ Bank zufolge darüber hinaus eine Vielzahl anderer Gründe. So seien Dividendentitel aktuell sowohl im historischen Vergleich als auch mit Blick auf andere Anlageklassen günstig zu haben. Zudem böten Aktien in den Augen vieler Anleger einen "realen Wert", der eine gewisse Absicherung gegen eine Inflation ermögliche.
Ob sich die Anleger aber tatsächlich auf steigende Preise einstellen müssen, bleibt abzuwarten. Argumente für oder gegen eine drohende Geldentwertung könnten die US-Konjunkturdaten der kommenden Woche liefern. So werden am Dienstag die Erzeugerpreise und am Mittwoch die Verbraucherpreise veröffentlicht. Beide Daten beziehen sich auf den Monat Mai. Zudem dürfte am Donnerstag der Philly-Fed-Index für Juni für Aufmerksamkeit sorgen, der Auskunft über das allgemeine Geschäftsklima in den USA gibt. Am Freitag steht dann der von der Universität Michigan berechnete Index der Verbraucherstimmung für den laufenden Monat im Fokus.
'HEXENSABBAT AM FREITAG'
Von Unternehmensseite dürfte der Dax in der kommenden Woche kaum Impulse erhalten. Denn zum einen sollte das Geschäft vor allem am Montag wegen des Feiertages Pfingsten, an dem die Börse aber geöffnet ist, sehr ruhig verlaufen. Andererseits haben viele Unternehmen bereits ihre Quartalsberichte vorgelegt, so dass nur noch einige Nachzügler wie etwa am Dienstag der Modekonzern Gerry Weber
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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