Ägypten wirbt um Touristen - Kritik aus Bundestag
BERLIN (dpa-AFX) - Das von Unruhen erschütterte Reiseland Ägypten wirbt um deutsche Touristen. "Keinem einzigen Touristen ist während oder nach der Revolution etwas zuleide getan worden", sagte der Vize-Tourismus-Minister Hisham Zaazou am Dienstag bei einem Treffen der deutschen Reisebranche in Berlin. "Ägypten ist sicher." Der Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses des Bundestags, Klaus Brähmig (CDU), mahnte eine friedliche Entwicklung an.
Brähmig fragte, wie sich Tourismus entwickeln solle, wenn Ägypten den Grenzvertrag mit Israel infrage stelle und die religiöse Bekenntnisfreiheit nicht gewährleistet sei. Zuletzt waren 26 Menschen bei einer christlichen Demonstration in Kairo ums Leben gekommen.
Zaazou sagte, die Badeziele in seinem Land hätten sich zum Teil erholt. In Kairo, Luxor und Assuan fehlten aber weiter Besucher. Er forderte die Deutschen zu Hilfe und Zusammenarbeit auf. "Tourismus ist Ägyptens ökonomische Lokomotive, die zur Stabilität führt."
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) versprach, der Branche im Ausland Türen zu öffnen. "In Deutschland packen wir das Thema Außenwirtschaftsförderung zu sehr mit spitzen Fingern an." Aber auch sie zähle zu den Aufgaben eines Außenministers.
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Klaus Laepple, hatte zuvor Belastungen für das Reisen kritisiert, darunter die Luftverkehrssteuer. Er warnte vor Bettensteuern, Pkw-Maut und Nachtflugverboten. Die Branche erwartet 2011 ein Rekordjahr mit einem Umsatzwachstum "im mittleren einstelligen Bereich".
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier forderte einen Mindestlohn für die Tourismusbranche. "Diejenigen, die in der Branche arbeiten, sollten mit ihrem Einkommen auch haushalten können." Laepple erwiderte, ihm seien keine Löhne unter 8,50 Euro bekannt.






