16:32, 05.10.2011
[dpa-AFX]

AKTIE IM FOKUS 2: Bayer legen moderat zu nach Aussagen zum Japan-Geschäft

(Neu: Studie von Morgan Stanley)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Titel von Bayer haben am Mittwoch nur mit moderaten Kursgewinnen auf Aussagen zum Japan-Geschäft reagiert. Gegen 16.25 Uhr rückten die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns um 0,22 Prozent vor auf 39,575 Euro. Der Leitindex hingegen kletterte zuletzt um 4,21 Prozent auf 5.436,23 Punkte nach oben.

Ungeachtet der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe will der Konzern sein Geschäft in Japan ausbauen. "Japan bleibt auch in Zukunft einer der weltweit attraktivsten Märkte für Bayer", sagte Vorstandschef Marijn Dekkers auf einer Pressekonferenz in Tokio anlässlich des 100-jährigen Bestehens der japanischen Bayer-Tochter. Mit Blick auf das dynamische Marktumfeld in Japan stellte Dekkers weiteres Wachstum in Aussicht.

HAUPTAUGENMERK AUF PHARMA

Analyst Konrad Becker von Merck Finck sieht in Japan einen wichtigen Auslandsmarkt für Bayer. Die Leverkusener hätten sich dort auch einiges vorgenommen. Das Hauptaugenmerk der Anleger bei Bayer liege auf dem Pharmageschäft. Zuletzt habe es dort gute Nachrichten gegeben, die nun aber bereits im Kurs berücksichtigt seien. Insofern habe die Japan-Meldung die Bayer-Titel kaum bewegt.

Auch ein Händler sah in der Nachricht kaum einen Treiber für die Bayer-Aktien. Er stellte auf die Bemerkung von Dekkers ab, wonach der Konzern in den kommenden fünf Jahren in Japan währungs- und portfoliobereinigt um durchschnittlich etwa sechs Prozent pro Jahr wachsen und den Umsatz bis 2015 auf rund 2,4 Milliarden Euro steigern will. 2010 habe Bayer in Japan etwa 2 Milliarden Euro erlöst, ordnete der Börsianer die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden ein.

ANALYSTENSTIMMEN

Indes hielten die Analysten der Deutschen Bank an ihrer Kaufempfehlung für die Bayer-Titel fest. Das Kursziel beträgt weiterhin 58,00 Euro. Die Experten rechnen mit einem soliden dritten Quartal. Vor allem das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln dürfte sich gut entwickelt haben. Geholfen habe hier wohl der gute Start der Agrarsaison in Lateinamerika.

Analyst Paul Walsh von Morgan Stanley aber bewertet die Bayer-Titel nach einer Reise durch China weiterhin mit "Underweight". Bei den Pflanzenschutzmitteln dürfte sich der Chemie- und Pharmakonzern einem zunehmend wachsenden Markt von Generikaprodukten gegenüber sehen. Ferner seien die Bedingungen bei der Kreditvergabe in China verschärft worden, um die Inflation in dem riesigen Land einzuschränken. Das dürfte die Nachfrage abschwächen.

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