18:26, 09.06.2011
[dpa-AFX]

ROUNDUP/Presse: Versicherer fahren Engagement in Schuldenstaaten zurück

BERLIN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die deutschen Versicherer haben ihr Engagement in den europäischen Schuldenstaaten laut Presseberichten drastisch zurückgefahren. Nicht nur dem größten Sorgenkind Griechenland leiht die Assekuranz demzufolge weit weniger Geld als noch vor einem Jahr. Auch in den Staatsanleihen der anderen sogenannten PIIGS-Staaten Portugal, Irland, Italien und Spanien haben die Versicherungsunternehmen weit weniger Geld angelegt. Dies geht aus einem Papier des Finanzausschusses des Bundestages hervor, das "Handelsblatt-Online" und der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag) vorliegt.

Den Berichten zufolge haben die Versicherer ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen seit einem Jahr von 5,8 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro reduziert. In spanischen Staatsanleihen haben die Unternehmen laut "Handelsblatt" neun Milliarden Euro angelegt. Vor einem Jahr waren es noch 20,9 Milliarden Euro.

Auch italienische Staatsanleihen seien im Portfolio der Versicherer deutlich geschrumpft - von 28 Milliarden Euro im März 2010 auf 20 Milliarden in diesem Jahr. Dasselbe gilt für Portugal (2010: 4,5 Milliarden Euro; 2011: 3 Milliarden Euro) und Irland (2010: 7 Milliarden Euro; 2011: 4 Milliarden Euro).

Unterm Strich haben damit an den gesamten Kapitalanlagen spanische Anleihen nur noch einen Anteil von 0,73 Prozent, die italienischen 0,31 Prozent, die portugiesischen 0,22 Prozent, die irischen 0,31 Prozent und die griechischen 0,22 Prozent.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte die Erhebung vorgenommen und dabei 25 Versicherungsgruppen sowie 5 große Einzelunternehmen einbezogen. Dem "Handelsblatt" zufolge schließt die Abfrage 187 unter deutscher Aufsicht stehende Versicherungsunternehmen ein, laut "Welt" sind es lediglich 181. Die Marktabdeckung liegt demnach bei weit über 80 Prozent.

Bei den Vergleichszahlen aus dem Vorjahr wurden Investitionen in Publikumsfonds einbezogen, die 2011 herausgerechnet worden waren. Nach Angaben des Branchenverbandes GDV machen Publikumsfonds jedoch nur ein Prozent des Anlagevolumens der Assekuranz aus. "Aus den Zahlen kann daher nach Einschätzung der Aufsicht geschlossen werden, dass die Unternehmen bis auf Ausnahmen ihr Engagement in diesen Staatsanleihen reduziert haben", zitiert das "Handelsblatt" aus dem Ausschusspapier.

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