Strahlenschutz-Chef: Brauchen Endlager-Konsens
BERLIN (dpa-AFX) - Nach der neuen Offenheit der Bundesregierung für einen Neustart in der Endlagerfrage macht sich der Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, für eine gemeinsame Kraftanstrengung stark. Wir müssen im Endlagerbereich einen Konsens herstellen", sagte König der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das Thema sei eine Herausforderung, die nicht innerhalb von ein paar Jahren oder gar einer Legislaturperiode zu lösen sei.
Am Montag hatte auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) überraschend seine Bereitschaft geäußert, neben Gorleben weitergehende Untersuchungen in der Endlagerfrage zu unterstützen. "Wenn nicht alle Länder mit potenziell geeigneten geologischen Gegebenheiten mitmachen, ist es schwerlich möglich, eine ergebnisoffene Standortsuche zu realisieren", betonte König.
Besonders in Süddeutschland könnten geeignete Gesteinsformationen liegen. "Die Lehre nicht zuletzt aus Gorleben ist, ohne einen Konsens, ohne Bürgerbeteiligung, ist kein Standort zu realisieren", sagte König. Der Salzstock sei 1977 in einem nicht nachvollziehbaren Verfahren ausgewählt worden.
"Eine ergebnisoffene Suche bedeutet, dass man sich Wirtsgesteinen, die grundsätzlich infrage kommen - Salz, Ton und mit Abstrichen Granit - nicht mit Ländergrenzen nähert, sondern nach geo-wissenschaftlichen Gesichtspunkten", sagte König.
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