MÜNCHEN (dpa-AFX) - Forscher haben für eine Fernsehdokumentation einen Kampfjet nachgebaut, den Adolf Hitler kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Auftrag gegeben hatte. Der Spartenkanal History zeigt diese 60-minütige Dokumentation aus Kanada mit dem Titel "Hitlers Tarnkappenbomber" am Freitag, 14. Januar (20.00 Uhr), in deutscher Erstausstrahlung. Die sogenannte "Horten H IX" kam zwar nicht zum Einsatz, war aber ein Meisterwerk der Technik, wie der Bezahlsender am Dienstag in München mitteilte. Sie wurde auf einem abgelegenen Flugplatz unter strengster Geheimhaltung entwickelt und gebaut.
"Die "Horten H IX" war moderner Tarntechnologie um mehr als 30 Jahre voraus", sagt Luftfahrtingenieur Aldo Spadoni aus dem Forscherteam in der Dokumentation. "Hätten die Deutschen ihn in Serie produziert, wäre der Krieg anders verlaufen." Das Flugzeug, das nach Senderangaben von den deutschen Ingenieuren Reimar und Walter Horten entwickelt wurde, bestand fast vollständig aus Holz und hatte nach Angaben der Forscher großes Potenzial: Wenn es in 15 Metern Höhe mit einer Geschwindigkeit von 1000 Kilometern in der Stunde geflogen wäre, hätten die Alliierten es erst zweieinhalb Minuten vor dem Eintreffen am Zielort orten können.
Die US-Armee hatte das Flugzeug am 14. April 1945 rund 160 Kilometer von Frankfurt entfernt an seiner streng geheimen Lagerstätte gefunden. Einzelteile des Jets wurden beschlagnahmt und in die USA und nach Großbritannien verschifft. Auf Grundlage dieser Bauteile bauten Flugzeugexperten die Maschine im Jahr 2009 - begleitet von Kameras - nach und testeten ihre Eigenschaften./bsj/DP/tw