19:54, 06.11.2011
[dpa-AFX]

"HB": EnBW droht Milliardenverlust aus EWE-Beteiligung

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Auf den Stromkonzern EnBW kommen nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Montag) möglicherweise finanzielle Belastungen in Höhe von über einer Milliarde Euro zu. Grund sei die Beteiligung des Konzerns am Regionalversorger EWE. Medienberichten zufolge drängen die kommunalen Aktionäre des Oldenburger Unternehmens die EnBW dazu, ihre Beteiligung von 26 Prozent an EWE zu verkaufen. Als EnBW 2008 bei EWE einstieg, wurde demnach ein solches Verfahren für den Fall vereinbart, dass es bei EnBW einen Kontrollwechsel gibt. Das sei durch die Übernahme der Electricite de France (EdF)-Anteile durch das Land Baden-Württemberg gegeben.

Der Wert der EWE-Anteile sei seit 2008 so stark gesunken, dass EnBW bei einem Verkauf mehr als eine Milliarde Euro abschreiben müsste, berichtet nun das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kreise der beteiligten Unternehmen. Bei EnBW war am Sonntagabend zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Medienberichten zufolge hatte der Energiekonzern bislang immer bestritten, dass es tatsächlich einen Kontrollwechsel gebe, der einen Verkauf der EWE-Aktien nötig machen würde.

Der drittgrößte deutsche Energieversorger hatte vor allem wegen des Atomausstiegs zuletzt schon Verluste in dreistelliger Millionenhöhe geschrieben. Derzeit bemüht sich der Konzern um frisches Geld seiner Hauptaktionäre.

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