20:27, 06.11.2011
[dpa-AFX]

Ackermann: Griechenland muss Euro behalten

BERLIN (dpa-AFX) - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann setzt auf eine neue Regierung in Athen, um die politische Krise Griechenlands zu beenden. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" (Sonntag) forderte der Banker "eine Art Marshall-Plan für Griechenland". Ein "wichtiger, großer" Schritt sei der jüngst vereinbarte Schuldenschnitt von 50 Prozent. Nun müsse dem Land geholfen werden, seine Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Einen Austritt der Griechen aus der Euro-Zone lehnte Ackermann ab. "Das ist eine Lösung, die man gar nicht andenken sollte. Das wäre ein ganz dramatisches Ergebnis", sagte er. "Wir müssen Griechenland im Euro behalten."

Ackermann sprach sich dafür aus, die Finanzkraft des Rettungsfonds deutlich zu stärken. Er warnte aber zugleich davor, die Goldreserven der Bundesbank dafür anzuzapfen. Der Chef der Deutschen Bank verwies stattdessen auf die Vorteile der nun gefundenen Versicherungslösung. Damit übernimmt der Rettungsfonds zum Teil das Ausfallrisiko von Staatsanleihen mancher Euro-Länder und macht sie so für Investoren attraktiver.

Ackermann bekräftigte die Absicht seines Instituts, die Eigenkapitalquote wie von Politikern und Regulierern gefordert aufzustocken: "Ja, absolut, und zwar sehr schnell." Die Bank muss bis Mitte 2012 auf eine Eigenkapitalquote von neun Prozent im Verhältnis zu ihren Bilanzrisiken kommen.

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