Wer sich mit dem Geschehen an den Geldmärkten auseinandersetzt, weil er nach der richtigen Stelle für ein Investment sucht, um eine besonders gute Rendite zu erwirtschaften, muss, ob er will oder nicht, sich mit der Finanzmathematik auseinandersetzen.

Diese ist gerade für ein Einsteiger, die nicht ein besonderes Talent für Mathematik besitzen, alles andere als einfach.

Selbst kurze Formelsammlungen haben schon 15 Seiten und mehr. Oft hilft jedoch schon, die Basics zu kennen.

Welche Variablen sind in der Finanzmathematik besonders wichtig?

finanzmathematik

Folgende Buchstaben mit ihrer Bedeutung, die in der Finanzmathematik eine besondere Rolle spielen, sollte man kennen und verstehen:

  • K(0) = Anfangskapitel
  • K(n) = Endkapital
  • i = Zinssatz
  • p = Zinsfuß (Nominal = die reinen zu leistenden Zinszahlungen, effektiv = alle zu leistenden Zinszahlungen, wird in 100ersten ausgedrückt)
  • n = Gesamtlaufzeit einer Anlage (in aller Regel in Jahren ausgedrückt)

Wozu dient die Finanzmathematik genau?

Die Finanzmathematik ist in Folgen (Gliederung aller natürlichen Zahlen - also 1,2,3 etc. nach einer bestimmten Vorschrift (Formel)) und Reihen (die Summe aller Glieder - also einzelnen Bestandteile - einer Folge) strukturiert.

Ihr Ziel ist es,

  • Zinsen
  • Renten
  • Tilgungen
  • Investitionen

zu ermitteln.

Vereinfacht ausgedrückt: Diese Teildisziplin der Mathematik liefert die notwendigen Formeln, um das Geschehen rund um alle Geldgeschäfte greifbar und vorstellbar zu machen.

Welche Grundlagen sind für die Finanzmathematik von Bedeutung?

Wer sich tiefer in die Materie einarbeiten möchte, muss sich mit den zwei wesentlichen Grundlagen der Finanzmathematik auseinandersetzen:

Einerseits handelt es sich dabei um die Stochastik - also die Wahrscheinlichkeistrechnung. Diese ist für Risikobewertungen absolut unverzichtbar.

Zum anderen sind Grundkenntnisse der Analysis und ein Verständnis, davon, wie man aus Graphen, die durch Formel erstellt werden, Wissen gezogen werden kann, sehr wichtig.

Wie kann man allzu komplizierte Finanzmathematik umgehen?

Einsteiger sollten allerdings keinen falschen Ehrgeiz beweisen. Die Formeln, mit denen man beispielsweise eine Auf- oder Abzinsung berechnet, sind ausgesprochen kompliziert und damit sehr fehleranfällig.

Hier ist es wesentlich sinnvoller, auf spezialisierte Rechner zu vertrauen, in die lediglich die einschlägigen Variabeln einzutragen sind und diesem den Rest zu überlassen.

Für welche Personen eignet sich ein Studium der Finanzmathematik?

Ob das Finanzmathematik Studium die richtige Wahl ist, hängt von den Interessen und Fähigkeiten der Schüler ab. War schon immer Interesse da, den Wirtschaftsteil der Zeitung zu lesen und hat sich der Schüler während seiner Freizeit intensiv mit Börsen und Märkten beschäftigt, sind das hervorragende Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss eines Finanzmathematik-Studiums. Natürlich gehört auch eine analytische Vorgehensweise dazu, wenn es darum geht, ein komplexes Problem zu lösen.

  • Personen, denen logisches Denken leichtfällt und die mathematische Aufgaben im Handumdrehen lösen können, eignen sich besonders für das Studium der Finanzmathematik. Weiterhin sollten die Personen einige Eigenschaften, wie zum Beispiel Ausdauer und Hartnäckigkeit mitbringen. Das Studienfach Finanzmathematik ist demnach für Analytiker geeignet, die sich mit komplexen theoretischen Modellen auseinandersetzen können und wollen.

Welche Berufsaussichten gibt es in der Finanzmathematik?

Das Finanzmathematik Studium vermittelt ein tiefgreifendes Verständnis der Finanzwelt. Natürlich ist es nicht einfach, aber für mathematisch und logisch denkende Menschen auf jeden Fall machbar. Der interdisziplinäre Studiengang behandelt Fragestellungen aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften und Finanzmärkte. Beispielsweise lernen die Studenten Konditionen für Lebensversicherungen oder Bausparverträge kennen. Nach dem Finanzmathematik-Studium stehen sehr gute Berufs- und Gehaltsaussichten offen. Finanzmathematik ist eben kein Massenfach mit jährlich vielen Absolventen. Deshalb ist die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Sektor entsprechend hoch. Berufsaussichten gibt es in folgenden Bereichen:

  • bei spezialisierten Finanzdienstleistern,
  • bei einer Bank,
  • bei einer Versicherung,
  • bei einer staatlichen Finanzbehörde.

In der freien Wirtschaft warten zusätzlich Jobs im Bereich der Risikoanalyse auf erfolgreiche Studienabsolventen. Beispielsweise können die Absolventen die wirtschaftlichen Schwachstellen von Unternehmen ausmachen und Lösungsstrategien konzipieren. Zusätzlich können private Kunden oder große Unternehmen zu Themen wie Kapitalanlagen, Vermögensverwaltung oder Altersvorsorge beraten werden.

Im Controlling-Bereich gibt es auch gute Berufsaussichten. Dort können die Studienabsolventen zum Beispiel die betriebswirtschaftlichen Unternehmensdaten erheben und auf dieser Grundlage Empfehlungen für ökonomische Entscheidungen aussprechen. Nach dem Studium können die Absolventen für die Bilanzrechnung eines Unternehmens zuständig sein.

Darüber hinaus können Finanzmathematiker die Marktsituation und das Potential einer Firma analysieren. In Banken, Versicherungen und Kreditinstituten können Finanzmathematiker als Aktuar arbeiten. Als geprüfter Sachverständiger können Finanzmathematiker sehr viel verdienen.


Quellen

Tietze, Jürgen: Einführung in die Finanzmathematik: Klassische Verfahren und neuere Entwicklungenl »
Riedel, Hergen / Pohl, Elke: Berufseinstieg für Wirtschaftswissenschaftler »
Grundmann, Wolfgang / Luderer, Bernd: Finanzmathematik, Versicherungsmathematik, Wertpapieranalyse: Formeln und Begriffe »



Quellen