Die wohl am häufigsten gebrauchte Metapher für das Geschehen an der Börse ist der Vergleich mit dem Spielcasino. Wer clever ist und Glück hat, bringt einen satten Gewinn mit nach Hause. Wer Pech hat, erleidet den totalen Verlust. Zyniker fügen gerne an, am Ende gewinne ohnehin immer nur das Haus.

Hier erreicht die Metapher auch ihre Grenzen: Das Geschehen an der Börse ist wild, häufig unvorhersehbar, doch an gewisse Gesetzmäßigkeiten hält es sich doch.

Was ist eigentlich eine Börse?

Börse

Oft wird der Ausdruck Börse mit dem bestimmten Artikel 'die' verwendet. In Deutschland denkt man dann gemeinhin an den DAX und Frankfurt. Tatsächlich gibt es aber zahlreiche Börsen.

Streng genommen handelt es sich nur um einen bestimmten Markt, auf dem Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen.

Dieser Markt ist organisiert und unterliegt gesetzlichen Regelungen. Zumeist wird hier mit Wertpapieren gehandelt, doch zwangsläufig ist dies nicht. Weitere Beispiele für Börsen sind:

  • Rohstoffenbörsen
  • Die Strombörse in Leipzig
  • Landwirtschaftsbörsen
  • CO2-Börsen
  • Software-Börsen

Die Börsen, an die man zumeist denkt, wenn man den Begriff hört, sind Aktienbörsen, an denen mit Anteilen von Unternehmen gehandelt wird.

Die Börse ist multifunktional

Die Börsentradition in Europa und insbesondere den USA ist schon mehrere Jahrhunderte alt. Die großen Eisenbahngesellschaften, die den Westen erschlossen oder auch die Ölfirmen begannen ihre epische Reise befeuert durch ganz unterschiedliche Finanzierungsformen. Festverzinsliche Anleihen trugen ebenso wie Aktien zum Wachstum bei.

Da aber nicht alle Anleger auf unbegrenzte Zeit eine Aktie oder ein festverzinsliches Wertpapier bis zur Tilgung bzw. Rückzahlung halten wollten, entstanden die Börsen als Marktplätze.

Hauptzweck der Börse: Zuverlässiger Handel mit hoher Liquidität

Anders als beispielsweise Immobilien basieren die Geldanlagen in Wertpapieren auf verbrieften Rechten wie Anteilsscheinen (Aktien) oder auch Einlagen mit Nennwert (Festverzinsliche). Diese erhalten bei der Zulassung zur Börse eine Wertpapierkennnummer bzw. die internationale Variante davon. Und können deshalb sicher in Depots verbucht und für Wertpapieraufträge entgegengenommen und ausgeliefert werden.

Eine der ältesten Börsen der Welt - die Chicago Board of Trade - spricht selbst davon, dass sie seit mehr als einem Jahrhundert eine wesentliche Rolle beim Wirtschaftswachstum spielen würde.

Hinter der eigentlichen Börse sowie den kurstellenden Kursmaklern und Tradern steht auch immer eine Abrechnungs- bzw. Clearingstelle. Diese sorgt im Auftrag der Börse für die geordnete bzw. zeitnahe Verbuchung der Wertpapiere und der dazu gehörenden Gegenwerte.

Vervielfachung der Börsenplätze während der Deregulierung

In den1990er-Jahren hat sich der Blickwinkel auf die Börse in Deutschland wesentlich verändert. Bis dahin gab es lediglich einige Börsen im Besitz der öffentlichen Hand (beispielsweise in Frankfurt, München oder Hamburg). Diese wurden privatisiert und die jeweilige Börse ist nunmehr in der Rechtsform eines privaten Unternehmens tätig.

In der Folge sind mehrere Börsenplätze entstanden, die alle von der Börsenaufsicht BAFin und den entsprechenden Gewerbeaufsichten überwacht werden. Deshalb können Anleger nicht nur an den traditionellen Börsen wie Frankfurt und München handeln, sondern an neuen innovativen Plätzen wie Tradegate oder dem jeweiligen LiveTrading von Wertpapier-Emittenten wie Commerzbank, Citibank und ähnlichen.

Diese unterscheiden sich in Details und Gebühren der Orderdurchführung bieten aber ein genauso hohes Sicherheitsniveau. Lediglich einige Regionalbörsen wie Stuttgart oder Bremen geraten zunehmend ins Hintertreffen, da aufgrund des geringen Handelvolumens manchmal zeitliche Verzögerungen hingenommen werden müssen.

Die neuen und die traditionellen Börsenplätze sind so miteinander vernetzt, dass Kunden Ihre Orders an die Börse ihrer Wahl weiterleiten können und es nur minimale funktionale Unterschiede gibt. In allen Fällen sind essenzielle Order-Bestandteile wie Limitfestlegung etc. möglich.

Wie erzielt man an der Börse eine möglichst hohe Rendite?

Es gibt zwei Wege, um erfolgreich an Börsen zu handeln: Zum einen lautet das einfachste Prinzip, teurer zu verkaufen als man zuvor gekauft hat.

Zum anderen werden an den Aktienbörsen von vielen Unternehmen Dividenden - also Gewinnbeteiligungen - ausgezahlt. Wer mittel- und langfristig seine Wertpapiere hält, nimmt auf diese Weise zusätzliches Geld ein.

Wer möglichst hohe Gewinne erreichen möchte, muss sich mit dem Geschehen an den Märkten sehr gut auskennen. Folgende Tipps sollen dabei helfen, sich das nötige Wissen aufzubauen:

  • Erste Übungen mit einem Musterdepot, bei dem noch kein reales Verlustrisiko besteht
  • Regelmäßige Recherchen zu Unternehmen und den Entwicklungen an den Märkten - man sollte sich hierfür eine Favoritenliste mit lohnenden Seiten aufbauen, die tatsächlich gut informieren, was aktuell an der jeweiligen Börse, die für einen interessant ist, geschieht
  • Regelmäßiger Austausch mit Experten und anderen Anlegern
  • Das Depot diversifizieren und sich nicht nur auf Aktien aus einer Firma oder Branche beschränken, um auf diese Weise vor möglichen Verlusten in diesem speziellen Zweig gewappnet zu sein
  • Den richtigen Mix aus Geduld und der gebotenen Eile finden: Wer schnell sehr hohe Renditen erreichen möchte, nimmt ein großes Risiko in Kauf. Wer lange zögert, erreicht zwar eine größere Sicherheit, verspielt aber die Chancen auf große Gewinnspannen
  • Die 'Börsenpflichtblätter' (Börsen-Zeitung, die FAZ, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt und die Welt) täglich studieren. Diese Pflichtblätter werden von der Frankfurter Börse sowie von den deutschen Regionalbörsen für meist zwei Jahre festgelegt

Quellen

CME Group: The Story of Global Commerce »