Der TecDAX (Technologieindex) ist ein deutscher Aktienindex. Er wurde am 24. März 2003 als Nachfolger des in Verruf geratenen Nemax50 eingeführt.

In ihm sind 30 der 35 größten Technologiewerte in Bezug auf Orderbuchumsatz und Marktkapitalisierung zusammengefasst.

Alle Technologiewerte werden dabei quartalsweise gerankt. Anhand dieser Rangliste wird entschieden, welche neuen Werte eventuell in den TecDAX aufgenommen werden. Es wird aber auch entschieden, welche Werte herausfallen.

Kriterien des TecDAX

tecdax

Der Technologieindex gehört neben dem DAX, dem MDAX und dem SDAX zum Prime Standard der Deutschen Börse AG. Es gibt einige Kriterien für die Aufnahme in den Technologieindex. Die Technologie-Unternehmen dürfen nicht gleichzeitig im DAX vertreten sein. Ansonsten erfüllen alle Technologie-Unternehmen (Technology All Share Index) mit Notierung an der Börse in Frankfurt und Firmensitz in Europa (EU/EFTA-Staat) erst einmal die Aufnahmekriterien.

Die Technologiewerte müssen in Bezug auf Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz große Ergebnisse vorweisen können. Eine Zulassung zum Prime Standard (Teilbereich der Frankfurter Wertpapierbörse mit hohen Transparenzstandards zur Aufnahme-Erfüllung) muss gegeben sein.

  • Die Zusammensetzung des Technologieindex erfolgt aus großen und kleinen Unternehmen. Ein Unternehmen kann zwar vom Technologieindex in den DAX aufsteigen und vom DAX in den Technologieindex absteigen, aber es ist kein Wechsel vom TecDAX in den MDAX oder SDAX möglich.

Zusammensetzung des TecDAX

Die Unternehmen, die dem Technologieindex zugeordnet sind, gehören hauptsächlich folgenden Branchen an:

  • Telekommunikation
  • klassische Technologie
  • Informationstechnik
  • IT-Dienstleistungen
  • Maschinenbau
  • Biotechnologie
  • Softwareentwicklung
  • Windenergie (erneuerbare Energien).
  • Zur Aufnahme berechtigt im Deutschen Technologieindex sind nur Unternehmen, die im Hochtechnologiebereich tätig sind, beispielsweise junge Branchen der Elektronik, Bio- und Informationstechnik.

Berechnung des TecDAX

Aus den Kursen des elektronischen Handelssystem Xetra berechnet die deutsche Börse den Index. Die Berechnung beginnt 9 Uhr MEZ. Mit den Kursen aus der Xetra-Schlussauktion endet die Berechnung um 17.30 Uhr MEZ. Der letzte Indexstand wird um 17.35 Uhr MEZ nach der Xetra-Schlussauktion berechnet. Die Deutsche Börse Ag berechnet von 17.45 Uhr bis 20 Uhr MEZ den Late TecDAX mit Parkettkursen. Dieser Late Aktienindex ist ein wichtiger Indikator für die Wertentwicklung der TecDAX-Werte nach Xetra-Handelsschluss.

TecDAX – Entwicklung zum erfolgreichen Index

Kleine und mittlere deutsche Unternehmen können ein sehr gutes Investment sein, denn hier können wahre Erträge eingefahren werden. Doch oftmals machen unbekannte Aktien, die stark an Wert zulegen, misstrauisch. Auch der Anfang des TecDAX verlief relativ holprig. Im Jahr 2003, als der TecDAX an den Start gegangen ist, betrachteten ihn viele Anleger zuerst mit Skepsis. Damals gehörten zu ihm viele letztlich enttäuschende Internetfirmen. Heute ist der Ruf jedoch reingewaschen. Das liegt vor allen Dingen am besonderen Index-Mix. Beispielsweise sind im TecDAX vertreten:

  • Internetfirmen (wie United Internet)
  • Biotechfirmen (wie Morphosys)
  • Unternehmen aus der Chipbranche (wie der Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor).

Im deutschen Technologie Index befinden sich demnach defensive Werte neben konjunkturabhängigen Werten. Besonders die konjunkturabhängigen Werte entwickeln sich in aktuellen konjunkturellen Hoch-Zeiten hervorragend. Wenn es in der Wirtschaft einmal nicht so gut läuft, fangen Firmen mit einem krisensicheren Geschäft den Index wieder auf.

Zukunftsprognose des TecDAX

Der deutsche Leitindex DAX muss im Moment dem festeren Euro seinen Tribut zollen, da dieser vor allem die export-orientierten Werte hemmt. Der deutsche technologielastige TecDAX-Index allerdings befindet sich im Aufwärtstrend. Chart-Analysten sehen trotz der steilen Entwicklung weiteres Kurspotenzial. Die ganze technische Gesamtlage lässt erkennen, dass der TecDAX auch in der nächsten Zeit seine Führungsrolle im deutschen Indexvergleich beibehalten kann.

Allerdings müssen potentielle Anleger ihre Risikobereitschaft unter Beweis stellen. Anleger, die mit einem Indexfonds in den TecDax investiert haben, haben die Probleme der schlecht laufenden Firmen oder Branchen gleich mit eingekauft.

  • Beispielsweise belastet die Solarbranche den Index. Viele einst hoch geschätzte und gefeierte Solarkonzerne sind abgestürzt.

Deshalb sollten sich alle Anleger fragen, ob es sinnvoll ist, sich nur auf einen Index zu verlassen. Die Anleger an der Börse müssen auf jeden Fall die Einzeltitel ganz genau anschauen. Eine Investition lohnt sich erst dann, wenn die Anleger ein günstig bewertetes Unternehmen finden, dass keine Anzeichen von Schwächen erkennen lässt.

Es gibt wichtige Anhaltspunkte, die erkennen lassen, ob ein Unternehmen günstig bewertet werden kann. Dazu gehören unter anderem die Gewinne, die Buchwerte und das Kurs-Buchwert- und Kurs-Gewinn-Verhältnis. Wenn die Anleger sich für ein Unternehmen entschieden haben, müssen sie auch an die Steuern denken. Auf Einkünfte aus Kapitalvermögen wird die Abgeltungssteuer fällig. Allerdings sind die Kursgewinne während der Laufzeit steuerfrei. Erst bei dem Verkauf der Aktien wird auf die Differenz zwischen An- und Verkauf die Abgeltungssteuer fällig. Meistens schütten Unternehmen allerdings auch Dividenden aus, die sofort im Jahr der Ausschüttung besteuert werden müssen.


Quellen

Sander, Beate: Mit Nebenwerten zum Börsenolymp: Mit Aktien aus MDAX, TecDAX und SDAX den Dax schlagen »
Aubeck, Heinz J.: Rechnungswesen für Schule und Ausbildung »
Geißler, Max: Börse für jedermann: Für Neueinsteiger und Fortgeschrittene. Erfolgreich sparen mit Aktien, Anleihen und Investmentfonds »
May, Hermann: Geldanlage: Vermögensbildung »
Perridon. Louis / Steiner, Manfred / Rathgeber, Andreas W.: Finanzwirtschaft der Unternehmung »
Rau, Harald: Qualität in einer Ökonomie der Publizistik: Betriebswirtschaftliche Lösungen für die Redaktion »
Volter, Dennis: Zukunftsperspektiven der Windenergie- und Photovoltaik-Branche in Deutschland und deren Implikationen auf die Bewertung ausgewählter Unternehmen »
Steden, Stephanie: Das System der Finanzierung von Technologieentwicklung am Beispiel der Photovoltaik-Industrie »