Manch einen Spruch hört man immer, ohne ihn sofort komplett verstehen zu können:

Man solle über Geldwerte versuchen, eine lukrative Rendite zu erreichen, heißt beispielsweise eine Phrase aus der Investmentbranche.

Natürlich, denkt man sich, wie denn auch sonst? Tatsächlich geht es hier um Feinheiten der Sprache, die später über viel Geld entscheiden können.

Geldwerte und geldwerter Vorteil

So einige Sprüche beschreiben die Verbindung der Geldwerte und anderen Dingen:

  • „Zeit ist Geld“
  • „Wenn ich doch mehr Zeit hätte“
  • „Wenn ich doch mehr Geld hätte“

Tatsächlich ist einem jeden klar, dass der Papierschein in der Hand oder die Ziffern auf dem Kontoauszug in Beziehung zu anderen Sachwerten oder Dingen wie der Zeit stehen. Wer viel Geld in kurzer Zeit verdient, kann sich mit diesem Wert Arbeitszeit anderer erkaufen. Bei einem Stundenlohn von 100€, macht es zum Beispiel für manchen keinen Sinn 5 Stunden Zeit zu investieren, um das eigene Haus zu putzen. So jemand leistet sich lieber eine Haushaltshilfe für 50€ und verdient in gleicher Zeit 500€. Geldwerte spielen also im Alltag ständig eine Rolle.

  • In Bezug auf Käufe gibt Charles Spezzano einen interessanten Rat: „Man rechne den Geldwert…in Zeit um und frage sich, ob es sich dann noch lohnt“.

Die Wechselbeziehung zwischen Geld und verschiedenen geldwerten Äquivalenten findet unter anderem auch in der Berufswelt und damit verbundener Steueraspekte Berücksichtigung.

Was sind Geldwerte?

Geldwerte

Geldwerte sind das Gegenstück zu Sachwerten. Während man letztere fassen kann, beschreiben erstere alles andere: Sie sind aus Papier, bestehen aber eigentlich nur aus digitalen Zahlen und geben ein Versprechen ab.

Als Beispiel: Wer einen zehn Euro Schein besitzt, erhält das Versprechen, diesen überall im Währungsraum gegen Waren in dem entsprechenden Wert tauschen zu können.

Geschäfte mit Geldwerten sind alle Deals, bei denen man versucht, diese irrealen Vermögenswerte zu erhöhen. Rein theoretisch besteht dabei die Gefahr des totalen Verlustes.

Wer hingegen Sachwerte besitzt, kann sicher sein, dass diese immer einen gewissen Wert behalten.

Geldwerte - Definition geldwerter Vorteil

Der Begriff des geldwerten Vorteils stammt aus dem Recht für die Einkommenssteuer. Neben dem eigentlichen Gehalt, das in Form von Geld ausgezahlt wird, müssen auch geldwerte Vorteile versteuert werden. Gewisse Sachleistungen des Arbeitgebers werden zumeist pauschal mit einem entsprechenden Geldwert beziffert und zum ausgezahlten Gehalt hinzugerechnet. Man spricht dann vom „geldwerten Vorteil“, weil die Belohnung für die Arbeit nicht in Form von Geld ausbezahlt wird. Solche Sachwerte können zum Beispiel die Arbeitskleidung, ein Firmentelefon oder ein Computer sein.

Wie kann man über Geldwerte eine Rendite erzielen?

Die Grundstruktur bleibt hierbei immer gleich: Eine Person tritt als Investor auf und stellt Kapital beispielsweise folgendermaßen zur Verfügung:

  • Über einen Kredit
  • Über den Kauf von Aktien oder anderen Wertpapieren
  • Als direkte Beihilfe im Sinne eines 'Fundings'

Tatsächlich handelt es sich zumeist aber nicht um Einzelinvestoren. Stattdessen finden sich eine Vielzahl von Anlegern zusammen, um gemeinsam bestimmte Projekte zu unterstützen.

In diesen Fällen werden Fondsgesellschaften gegründet oder als Werkzeug benutzt.

Die Rechnung dahinter lautet: Je größer das investierte Kapital ist, desto mehr Rendite kann man insgesamt erzielen. Dadurch bleibt auch mehr für jeden einzelnen Anleger.

Wann erzielen Geldwerte eine möglichst hohe Rendite?

Dies kann man nicht vereinheitlichen, da es so viele mögliche Anlageformen gibt. Dieser Umstand ist neben dem Verlustrisiko zugleich der große Nachteil dieser Form der Renditejagd.

Der Vorteil ist hingegen gerade für private Anleger, dass man zum einen Möglichkeiten für Investments findet, die sehr kurzfristig funktionieren.

Und dass man zum anderen keinerlei Probleme hat, den Alltag abzusichern - also über die Rendite die Inflationsrate auszugleichen.

Geldwerte und das Beispiel des Firmenwagens

Der Firmenwagen ist vielleicht das klassischste Beispiel für einen geldwerten Vorteil. Besonders in der Branche des Vertriebs verfügt fast jeder vierter Arbeitnehmer über einen Firmenwagen. Neben der dienstlichen Nutzung dürfen die Autos oft auch privat genutzt werden. Daraus entsteht dem Arbeitnehmer ein geldwerter Vorteil, der schnell einleuchtet: Schließlich benötigt der Arbeitnehmer nicht zwingend einen eigenen Privatwagen und spart an dieser Stelle Geld ein. Diese Einsparung wird als Zusatz zum Gehalt angesehen und vom Finanzamt zum Beispiel entsprechend bewertet.


Quellen

Springer Gabler: Kompakt-Lexikon Wirtschaft »
Statista: Anteil der Führungskräfte mit eigenem Firmenwagen in Deutschland im Jahr 2017 nach Branchen »