Aktionäre können sich aus verschiedenen Gründen zum Verkaufen von Aktien entscheiden. Eventuell ist man auf das angelegte Geld angewiesen. Oder aber man will sein Vermögensportfolio verändern.

Der strategische Verkauf von Aktien bietet auch die Möglichkeit, von Gewinnen des Aktienunternehmens und der Werterhöhung der Aktie zu profitieren.

Mitunter werden Aktien verkauft, weil der Kurs fällt und man Verluste begrenzen will.

Aktien verkaufen: Wie geht das?

Bei der Verwendung eines Online-Depots funktioniert der Aktienverkauf ganz bequem vom PC aus. Über die Ordermaske werden (ähnlich wie beim Aktienkauf) folgende Angaben getätigt:

  • Angabe der zu verkaufenden Aktie (mit Wertpapiernummer ISIN (International Securities Identification Number)
  • welche Stückzahl soll verkauft werden
  • Auswahl des Börsenplatzes (z.B. Xetra)
  • Festlegung eines Limits der Order

Durch die TAN-Eingabe wird die Abgabe der Order autorisiert und über die Bank / den Broker an die Börse weitergeleitet. Der Verkaufserlös wird nach (meist noch am selben Tag erfolgten) Verkauf auf das Verrechnungskonto gutgeschrieben.

  • Aktien können über den Börsenhandel oder im Direkthandel / OTC-Handel außerhalb der Börse verkauft werden.

Welches Limit sollte man beim Verkaufen von Aktien setzen?

Genauso wie beim Kaufen von Aktien so empfiehlt sich auch für das Verkaufen das Setzen eines Limits. Damit wird der Verkauf nicht unter einem festgelegten Mindestpreis ausgeführt. Fehlt die Angabe eines solchen Limits, wird die Order „bestens“ ausgeführt, das heißt zum nächsten am gewählten Börsenplatz zustande kommenden Kurs. Börsenexperten raten aufgrund der Nachteile von solchen Orders zur Limitierung jedes Verkaufsauftrages.

Limitierte OrderUnlimitierte Order
Keine Garantie für unmittelbaren Verkaufsofortiger Verkauf am selben Tag
Kein Risiko zu ungünstigem Kurs zu verkaufen, da Limit gesetztVerkauf mitunter zu schlechterem Kurs als dem aktuellen
  • Der Kurs der E.ON-Aktie steht bei 8,50 Euro. Will der Verkäufer 9,00 Euro für den Wertpapierverkauf erzielen, setzt er ein Limit von 9,00 Euro für seine Order.

Wurde bei Kauf einer Aktie ein sogenannter Stop-Loss (mit oder ohne Limit) gesetzt, führt dies zum automatischen Verkaufen der Aktie, wenn diese unter eine bestimmte Kursmarke fällt.

Welche Kosten fallen für das Verkaufen von Aktien an?

Für jede Transaktion in Verbindung mit Wertpapieren fallen für den Depotkontobesitzer Gebühren an. Diese Ordergebühren werden je nach Bank oder Broker unterschiedlich berechnet, zum Beispiel als:

  • Fixe Gebühr pro Order (sogenannte Flat Fee oder Order Flat)
  • Prozentuale Gebühr gemessen an Gegenwert, eventuell mit festgesetzter Maximalgebühr

Man sollte sich vor Eröffnung eines Depotkontos über die Höhe anfallender Ordergebühren informieren und dementsprechend das passendste Aktiendepot auswählen.

Anfallende Steuern beim Verkaufen von Aktien

Grundsätzlich fallen beim Verkauf von Aktien Steuern auf den Gewinn an. Die sogenannte Abgeltungssteuer beträgt 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Abgeltungssteuer) und ggf. Kirchensteuer. Diese Steuer wird von der Bank oder dem Broker automatisch einbehalten, es sei denn es wurde ein Freistellungsauftrag gestellt und der Betrag überschreitet nicht den Sparerpauschalbetrag (801 Euro jährlich, für Ehepaare 1602 Euro).

Den beim Aktienkauf erzielten Gewinn können Steuerzahler aber mit den beim Verkauf anfallenden Transaktionskosten verrechnen. Nur auf den Differenzbetrag muss Steuer gezahlt werden. Auch Verluste schmälern den Gewinn und damit den Steuerbetrag.


Quellen

Esser, Werner: Die 100 wichtigsten Fragen und Antworten zu Aktien und Aktienauswahl »
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz »