Wenn Experten erklären, weshalb die Zinsen auf Spareinlagen so niedrig sind, nutzen sie gerne die Ausdrücke EZB, Leitzins und Referenzzinssatz. Die meisten Menschen können die EZB noch als Europäische Zentralbank identifizieren. Was jedoch ein Referenzzinssatz ist und ob der Leitzins diese Kriterien erfüllt, wissen sie zumeist nicht.

Was ist ein Referenzzinssatz?

Referenzzinssatz

Der Zinssatz soll dem Nicht-Bankensektor (also auch Privatpersonen) als Bezugs- und Orientierungsgröße für spezifische Fragen dienen.

Er wird von neutraler Stelle regelmäßig erstellt und gilt über die Grenzen eines bestimmten Geldhauses oder eines Kreditinstituts hinweg.

Der Leitzins der EZB ist hierfür ein gutes Beispiel: Er drückt aus, zu welchem Geld sich Banken von der Zentrale in Frankfurt Geld leihen dürfen.

Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um die Deutsche Bank, die Commerzbank oder ein anderes Kreditinstitut handelt. Als Kunde weiß man stets, dass der Leitzins der Wert war, zu dem sich das eigene Geldhaus Kapital leihen konnte.

Wann brauche ich einen Referenzzinssatz?

Spannend für einen selbst wird eine solche Referenz immer dann, wenn man am Kapitalmarkt aktiv wird.

Möchte man beispielsweise Anleihen einer Bank zeichnen, weiß man, dass Leitzins sowie EURIBOR für Finanzinstitute in der Euro-Zone die direkten Bezugsgrößen sind. Sie zeigen nämlich auf, welche Alternativen das Geldhaus ansonsten hätte und wie teuer diese sind.

Spannend ist zudem immer auch ein Blick auf die Entwicklung der Referenzsätze: Wie ist der Wert im Vergleich zum letzten Jahr, den vergangenen fünf Jahren oder dem absoluten Durchschnitt?

Anhand dieser Angaben kann man erkennen, wohin die Reise an den Märkten künftig vermutlich gehen wird.