Staatsanleihen

Wohl keine Form von Anleihen sind so häufig in der Presse wie die Staatsanleihen.

Allerdings wird zumindest in Deutschland zumeist darüber berichtet, dass jene nur sehr niedrig verzinst werden.

Es stellt sich die Frage, ob sich diese Form der Anleihen auch für private Anleger lohnen oder ob sie nur für Banken, Versicherungen sowie andere Staaten geeignet sind?

Wie werden die Zinsen von Staatsanleihen berechnet?

Die Zinssätze kommen über das Spiel von Angebot und Nachfrage zustande. Ein Staat bietet im Rahmen einer Auktion Anleihen mit einer bestimmten Laufzeit in einem begrenzten Volumen an.

Alle Interessenten können nun bieten. Je mehr Interessenten es gibt, desto tiefer sinken die Zinsen. Deutschland profitiere insbesondere von diesem Umstand in der Vergangenheit deutlich.

Regelmäßig wollten mehr Geldgeber die Bundesanleihen kaufen als eigentlich zur Verfügung standen. In anderen Staaten, wie z.B. Italien, kam es hingegen vor, dass nur mit Mühe überhaupt alle Anleihen losgeschlagen werden konnten. Die Zinsen stiegen in der Folge.

Welche Faktoren begeistern Investoren von Staatsanleihen?

Staatsanleihen werden von Investoren in aller Regel als Sicherheit im eigenen Portfolio genutzt. Sie erfreuen sich deshalb eine besonders großen Beliebtheit, wenn die folgenden Merkmale zutreffen:

  • Gute Bonität des Staates - lässt sich über die Einschätzung der Ratingagenturen ermitteln
  • Lange Laufzeiten
  • Zinssätze über der nationalen Inflationsrate

Wann eignen sich Staatsanleihen für Privatpersonen zur Geldanlage?

Wirklich sichere Staatsanleihen wie z.B. die Bundesanleihen eignen sich eigentlich überhaupt nicht zur Geldanlage für Privatpersonen, was nicht einer gewissen Ironie entbehrt.

Deutschland hatte ursprünglich mal damit angefangen, breite Anleihenprogramme aufzulegen, weil es einen entsprechenden Wunsch in der Bevölkerung gab.

Noch vor einigen Jahren peilte man an, dass wenigstens 20 Prozent der Anleihen von Privatpersonen gekauft würden. Von diesem Wert ist man heute meilenweit entfernt und hat ihn inzwischen wohl auch aufgegeben.

Für Privatpersonen sind die Zinsen einfach zu niedrig. Für zehn Jahre erhält man deutlich unter zwei Prozent. Mit Festgeld kann man eine deutlich bessere Rendite erzielen - von Unternehmensanleihen oder Aktien ganz zu schweigen.

Lohnend wären höchstens Anleihen von Krisenstaaten wie Italien oder Spanien: Damit die Gewinnspanne hier aber wirklich eine lukrative Höhe erreicht, muss man sich ebenfalls für zehn Jahre vom eigenen Geld trennen.

Wer dies kann und Vertrauen hat, dass Europa auch künftig im Notfall für diese Staatsanleihen einstehen wird, kann zugreifen.

Grundsätzlich gilt aber: Der Unterschied zwischen Sicherheit und Risiko ist extrem.